Hinweiswörter im Japanischen

Japanische Demonstrativpronomen: kore oder kono?

Entscheide mit Gegenständen und Sprecherrollen, ob du ein Ding allein bezeichnest oder seinen Namen näher bestimmst.

Eine europäische Frau zeigt ihrem Lernpartner von einer Aussichtsplattform aus die entfernte Stadt, neben ihnen stehen zwei Fernrohre

Japanische Demonstrativpronomen wirken zunächst wie eine kurze Vokabelliste: これ, それ und あれ bedeuten ungefähr „dies“, „das“ und „das dort“. Beim Sprechen entstehen trotzdem zwei unterschiedliche Entscheidungen. Du musst erkennen, aus wessen Perspektive ein Gegenstand beschrieben wird, und entscheiden, ob das Hinweiswort selbst für ihn steht oder vor seinem Namen steht. Genau daran scheitert oft ein Satz, dessen einzelne Wörter du längst kennst.

Dieser Guide verbindet beide Entscheidungen. Du arbeitest mit sichtbaren Gegenständen, wechselst die Sprecherrolle und überprüfst kurze Sätze, bevor du das System beim Lesen anwendest. Du brauchst dafür keine App, sondern drei unterscheidbare Dinge, ein Blatt Papier und gelegentlich eine zweite Person. Die Umschrift hilft beim ersten Versuch; entscheidend bleiben die japanischen Formen und eine klare Situation. Eine richtige Übersetzung allein zeigt noch nicht, ob du den Bezug verstanden hast.

Japanische Demonstrativpronomen brauchen einen Bezugspunkt

Lege einen Stift vor dich, ein Buch vor eine gedachte Gesprächspartnerin und eine Tasche weiter entfernt von euch beiden. Diese Anordnung ist dein erster Übungsraum. Sage nicht sofort die Wörter auf. Zeige zuerst auf das Gemeinte und beschreibe auf Deutsch, warum es aus deiner aktuellen Position eindeutig ist. Dadurch trennst du eine sprachliche Entscheidung vom bloßen Erinnern an eine Tabelle.

Als räumlicher Einstieg passt これ (kore) zum Gegenstand bei dir, それ (sore) zum Gegenstand bei deinem Gegenüber und あれ (are) zum Gegenstand weiter entfernt von euch beiden. Das ist eine hilfreiche Startregel, kein Maßband mit festen Metern. Menschen können nebeneinander stehen, gemeinsam etwas betrachten oder über Dinge sprechen, die gar nicht im Raum liegen. Behalte deshalb die Gesprächssituation im Blick.

Notiere zu deinem Stift „bei mir“, zum Buch „bei dir“ und zur Tasche „von uns entfernt“. Kontrolliere anschließend, ob eine andere Person deiner Beschreibung folgen könnte. Sind mehrere Taschen vorhanden, reicht ein Hinweiswort möglicherweise nicht. Du musst dann genauer benennen, welche Tasche du meinst. Diese kleine Vorbereitung verhindert einen häufigen Denkfehler: Du behandelst das Wort als feste Eigenschaft des Gegenstands, obwohl es deine aktuelle Beziehung zu ihm ausdrückt.

Eine europäische Frau und ein älterer Mann üben mit einer gelben und einer blauen Tasse auf gegenüberliegenden Seiten einer Küchentheke
Der Bezug hängt davon ab, wer spricht und bei wem der Gegenstand liegt.

Kore ersetzt das benannte Ding

これ steht als eigenständiger Ausdruck für ein gemeintes Ding. これは本です。 (Kore wa hon desu.) bedeutet „Das hier ist ein Buch.“ Das Wort 本, gelesen ほん (hon), benennt hier, was der Gegenstand ist. Es folgt nicht unmittelbar auf これ, sondern gehört zur Aussage hinter は. Für deine Übung ist die Unterscheidung zwischen Bezug und Aussage wichtiger als ein komplizierter Fachbegriff.

Halte ein Buch hoch und sage den Beispielsatz. Lege es danach vor dein Gegenüber und wechsle zu それは本です。 (Sore wa hon desu.), etwa „Das bei dir ist ein Buch.“ Die Aussage über die Art des Gegenstands bleibt gleich. Nur der Ausdruck, mit dem du ihn auswählst, verändert sich. Stelle das Buch schließlich auf ein entferntes Regal und bilde あれは本です。 (Are wa hon desu.).

Prüfe nun, ob du tatsächlich auf das richtige Ding gezeigt hast. Ein grammatisch möglicher Satz kann in einer unklaren Situation trotzdem missverständlich sein. Schreibe daher neben jeden Versuch den Standort und die Sprecherrolle. Wenn dir der übrige Satzbau noch unsicher ist, festige zunächst einen einfachen japanischen Aussagesatz. Für dieses Lernziel genügt ein verständlicher Rahmen; zusätzliche Verben oder komplizierte Adjektive würden die eigentliche Entscheidung verdecken.

Einen einfachen japanischen Aussagesatz festigen

Kono steht vor einem Nomen

この本 (kono hon) bedeutet „dieses Buch hier“. この kann in diesem Muster nicht allein das Buch ersetzen: Es bestimmt ein folgendes Nomen näher. Entsprechend bilden その本 (sono hon) und あの本 (ano hon) eine Einheit mit 本. Vergleiche bewusst これは本です。 mit この本は私のです。 (Kono hon wa watashi no desu.), „Dieses Buch gehört mir.“ Im zweiten Satz hast du bereits vor は gesagt, welches Buch gemeint ist.

Die Japan Foundation zeigt dieses Muster mit einem anschließenden Nomen und erläutert auch seine Stellung vor näheren Beschreibungen. Für deinen ersten Versuch reicht die einfache Verbindung この本. Setze kein zusätzliches の zwischen この und 本. Die Schreibweise このの本 ist nicht das Muster, das du hier lernen möchtest. Das の in 私の hat eine andere Aufgabe und sollte dich nicht dazu verleiten, überall dieselbe Verbindung einzubauen.

Nimm drei leere Karten und schreibe darauf entweder „Ding allein“ oder „Hinweiswort plus Name“. Ordne これ der ersten und この本 der zweiten Karte zu. Ergänze danach それ und その本. Erst wenn diese Paare sicher sind, füge あれ und あの本 hinzu. So prüfst du eine konkrete Struktur, statt sechs Formen gleichzeitig auswendig zu sprechen. Die Frage vor jedem Satz lautet: Habe ich das Ding schon mit seinem Namen in die Wortgruppe aufgenommen?

Zwei Hände ordnen einen roten Notizblock und eine Brille neben leere Karten auf einer Korkfläche
Prüfe zuerst: Steht das Hinweiswort allein oder gehört ein Nomen dazu?
Japan Foundation: この・その・あの vor einem Nomen

Beim Sprecherwechsel wandert die Perspektive

Eine Person hält einen Stift, die andere ein Buch. Wenn du den Stift hältst, kannst du ihn mit これ bezeichnen. Übernimmt deine Partnerin das Wort und meint denselben Stift bei dir, kann sie dafür それ verwenden. Der Stift hat weder seine Farbe noch seinen Besitzer gewechselt. Verändert hat sich die Person, von deren Gesprächsposition aus der Bezug hergestellt wird.

Übt zunächst ohne zusätzliche Sätze. Eine Person zeigt auf einen Gegenstand und sagt das passende Hinweiswort; die andere antwortet mit ihrem eigenen Hinweiswort für denselben Gegenstand. Tauscht anschließend die Gegenstände. Erst danach kommen vollständige Aussagen hinzu. Diese Reihenfolge macht einen Perspektivfehler sichtbar, bevor er unter unbekannten Wörtern oder unsicherer Aussprache verschwindet. Notiert bei jedem Wechsel, wer gerade spricht.

Wenn ihr nebeneinander steht und beide dasselbe Regal anschaut, können gemeinsame Nähe und Entfernung wichtiger werden als das einfache Gegenüber-Modell. Erzwinge daher keine Antwort, nur weil dein erstes Schaubild einen Gegenstand „bei dir“ eingezeichnet hatte. Stelle lieber einen deutlicheren Übungsraum her: ein Ding in deiner Hand, eines unmittelbar bei der anderen Person, eines erkennbar weiter entfernt. Dein Trainingsziel ist ein nachvollziehbarer Bezug. Später kannst du weniger eindeutige Situationen mit echten Dialogen untersuchen, statt eine räumliche Faustregel als universelle Vorschrift zu behandeln.

Dore und dono fragen nach der Auswahl

どれ (dore) fragt nach einem Ding aus einer erkennbaren Auswahl; どの (dono) steht vor einem Nomen. Bei mehreren Büchern kannst du fragen どの本ですか。 (Dono hon desu ka.), sinngemäß „Welches Buch ist gemeint?“ Wenn aus der Situation bereits klar ist, worüber ihr sprecht, ist どれですか。 (Dore desu ka.), „Welches ist es?“, ein möglicher kurzer Rahmen. Entscheidend bleibt, dass beide Personen die Auswahl erkennen.

Lege ein rotes, ein blaues und ein grünes Buch nebeneinander. Deine Partnerin wählt heimlich eines. Du stellst zuerst eine Frage mit どの本; sie beantwortet sie mit einer passenden vollständigen Wortgruppe, beispielsweise この本, wenn sie ihr ausgewähltes Buch in der Hand hält. Danach fragt ihr mit どれ und antwortet mit これ, それ oder あれ, je nachdem, wie ihr die Gegenstände und Rollen angeordnet habt.

Vermeide beim ersten Versuch eine zusätzliche Frage nach Eigentum, Preis oder Bewertung. Sonst prüfst du mehrere grammatische Aufgaben gleichzeitig und weißt nach einem Fehler nicht, welche davon unsicher war. Führe eine kleine Erfolgsliste: Auswahl klar, Form allein oder vor Nomen richtig, Perspektive nachvollziehbar. Ein einzelner gelungener Satz reicht noch nicht. Wiederhole dieselbe Auswahl aus einer anderen Position, sodass du die Form neu entscheiden musst und nicht nur die vorige Antwort kopierst.

Ein europäischer Mann zeigt in einem japanischen Geschäft auf einen von drei verschiedenfarbigen Regenschirmen
Eine Auswahlfrage braucht Gegenstände, die beide Personen eindeutig erkennen.

Beim Lesen ersetzt Entfernung oft den Kontext nicht

Nicht jedes それ bezieht sich auf einen Gegenstand neben dem Gesprächspartner. In einem Text kann ein Hinweiswort auf etwas zuvor Erwähntes zurückgreifen. Das National Institute for Japanese Language and Linguistics beschreibt neben räumlichem Zeigen auch solche Bezüge im Gespräch und in Erinnerungen. Daraus folgt für deine Lektüre eine praktische Frage: Was ist an dieser Stelle bereits bekannt, und worauf könnte das Wort zurückverweisen?

Markiere beim Lesen jedes これ, それ und あれ zunächst mit einem kleinen Kreis. Suche dann nach dem möglichen Bezug im Satz davor oder in der beschriebenen Situation. Ziehe eine Verbindung und ersetze das Hinweiswort gedanklich durch eine konkrete deutsche Beschreibung. Wenn der Zusammenhang danach keinen Sinn ergibt, überprüfe deinen Bezug noch einmal. Ein Wörterbuch allein kann nicht entscheiden, welches zuvor erwähnte Ding in diesem Text gemeint ist.

Betrachte あれ in Erzählungen nicht automatisch als „weit weg im Zimmer“. Es kann auch gemeinsame Erinnerung aufrufen; daraus wird jedoch keine allgemeine Regel „あれ bedeutet Vergangenheit“. Für den Anfang genügt, räumliche Hinweise und Textbezüge getrennt zu untersuchen. Wähle für deine japanische Lesepraxis kurze Dialoge mit wenigen Gegenständen und klaren Sprecherrollen. Notiere einen ungelösten Bezug als konkrete Frage zum Text. Eine vorschnelle Übersetzung mit „das“ würde die Unsicherheit nur unsichtbar machen.

NINJAL: räumliche Hinweise und Bezüge im GesprächMit kurzen Dialogen japanisches Lesen üben

Fehler nach ihrer Ursache korrigieren

Wenn du この statt これ gewählt hast, prüfe zuerst die Wortgruppe. Folgt wirklich ein Nomen, das du näher bestimmst? Falls du nur auf ein Ding verweist, ist im geübten Muster eine eigenständige Form gefragt. Wenn du これ statt それ gewählt hast, liegt dagegen möglicherweise ein Perspektivproblem vor. Beide Fehler verlangen unterschiedliche Korrekturen, obwohl die fertige Übersetzung ähnlich aussehen kann.

Schreibe nach einem unsicheren Versuch nicht einfach die richtige Antwort zehnmal ab. Halte fest, welche Entscheidung falsch war, und verändere nur die entsprechende Übung. Bei einem Strukturfehler sortierst du erneut これ und この本. Bei einem Perspektivfehler bleibt die Aussage gleich, während die Sprecherrollen wechseln. Bei einem unklaren Bezug ordnest du die Gegenstände deutlicher an oder benennst sie genauer. Damit erhält jede Wiederholung einen überprüfbaren Zweck.

Ein weiterer Stolperstein ist die Vorstellung, dass „das“ immer zu それ gehören müsse. Die deutsche Übersetzung lässt vieles offen, was die japanische Situation ausdrücklich festlegt. Beginne deshalb nicht mit einer deutschen Wortliste. Beginne mit dem gemeinten Gegenstand, der sprechenden Person und dem geplanten Satz. Prüfe zum Schluss, ob dein Gegenüber dasselbe Ding erkennen würde. Dieser einfache Verständlichkeitstest hilft mehr als eine scheinbar perfekte Tabelle ohne konkreten Bezug.

Eine kurze Übungsrunde mit überprüfbaren Antworten

Plane zehn Minuten für eine vollständige Runde. In den ersten zwei Minuten ordnest du drei Dinge eindeutig an und benennst die Sprecherrollen. Danach bildest du drei Aussagen mit これ, それ und あれ. Verwende zunächst denselben bekannten Satzrahmen. Kontrolliere jede Antwort durch tatsächliches Zeigen; ohne diesen Abgleich kann eine auswendig gelernte Folge wie echtes Verständnis aussehen.

In den nächsten drei Minuten wechselst du zu この本, その本 und あの本 und vergleichst die Wortgruppen mit den eigenständigen Formen. Danach stellst du eine Auswahlfrage mit どの本 und eine mit どれ. Die letzten Minuten gehören einem Perspektivwechsel und einem kurzen Lesebeispiel. Arbeite allein, indem du zwei Sprecherpositionen auf dem Blatt markierst, oder lass eine zweite Person die Anordnung verändern. Beides zwingt dich, die Entscheidung erneut zu treffen.

Notiere zum Abschluss einen gelungenen Versuch und einen Fehler samt Ursache. Wiederhole am nächsten Tag zuerst den Fehler in einer neuen Anordnung, bevor du weitere Wörter ergänzt. Für deinen japanischen Wortschatz kannst du später 本 gegen ein anderes sicher bekanntes Nomen austauschen; verändere nicht gleichzeitig das gesamte Satzmuster. Du bist mit dieser Runde fertig, wenn du Form, Perspektive und Bezug begründen kannst. Eine schnelle Antwort ist willkommen, aber eine nachvollziehbare Entscheidung ist das eigentliche Lernziel.

Eine ältere Europäerin und ein jüngerer Lernpartner üben abends mit Gegenständen auf einem Wohnzimmertisch
Eine veränderte Anordnung zeigt, ob du die Entscheidung neu treffen kannst.
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